Calcutta

Im Vergleich zu Nürtingen unvergleichbar groß ist Calcutta, die Hauptstadt des indischen Bundesstaates Westbengalen an der Grenze zu Bangla Desh.

Allerdings nur einwohnermäßig. 4 486 679 Menschen gab es dort angeblich im vergangenen Jahr, zählt man die Vororte hinzu gar 14 112 536.

Das Häusermeer von Calcutta lässt erahnen, wie dicht die Bebauung dort ist.
Das Häusermeer von Calcutta lässt erahnen, wie dicht die Bebauung dort ist.

 

Aber man muss sich vorstellen: All dies drängt sich auf “nur” 187,33 Quadratkilometern. Das bedeutet: In nur einem Drittel des Landkreises Esslingen hätte ganz Kalkutta Platz. Flächenmäßig ist Calcutta nur viermal so groß wie Nürtingen. So isch no au wieder. Alles offensichtlich eine Sache der Betrachtungsweise. Und so ist Calcutta Zwerg und Riese zugleich.

Dies lässt erahnen, wie dicht gedrängt die Menschen in Kolkata (wie die Inder heute sagen) leben: 23 951 müssen sich statistisch gesehen einen einzigen Quadratkilometer teilen. Im Kreis Esslingen sind das gerade mal 803. Und in Nürtingen 861. Mit anderen Worten: Würde man Calcuttas  Bevölkerungsdichte auf Nürtingen umrechnen, dann lebten  1 123 000 Menschen in der Hölderlinstadt. Das muss man sich mal vorstellen!

Aber auch umgekehrt wird ein Schuh draus: Würde Calcutta eine solche Bevölkerungsdichte wie das schwäbische Landstädtchen haben, dann müsste die Metropole der Bengalen 5211 Quadratkilometer groß sein. Doppelt so groß wie das berühmte Saarland, das immer so gern als Vergleich herangezogen wird. Und dabei handelte es sich nur um das Zentrum. Nimmt man die Vororte hinzu, dann wären es 16 390 Quadratkilometer. Das wäre mehr als ganz Thüringen.

Schon allein das zeigt, welch gewaltige Unterschiede zwischen dem vergleichsweise beschaulichen Schwabenland und der Hektik einer Weltstadt bestehen. Es wird interessant sein, ihnen auf die Spur zu kommen, aber auch Parallelen zu entdecken.

Wie wohnen die Menschen dort? Wo kaufen sie ein? Was essen und trinken sie? Wie kommen sie zur Arbeit? Wie funktioniert die Müllentsorgung? Wie gut (oder schlecht) findet man einen Parkplatz in Calcutta? Wie feiern die Menschen dort? Wie leben die Menschen ihren Glauben? Wie kommen die verschiedenen Kulturen miteinander aus?

Über all dies sollen Sie in den nächsten Wochen lesen können.

3 Responses to Calcutta

  1. M. Schroeter sagt:

    Hallo, habe heute die Berichterstattung in der NTZ gelesen.

    Es ist ein Ammenmärchen, daß Calkutta am Ganges liegt.

  2. Jürgen Gerrmann sagt:

    Stimmt. Aber Vico Torriani singt nun mal so schön.
    Ich werde das in diesem Blog auch noch detailliert aufklären.
    Jetzt mal erst so viel: Calcutta liegt am Hugli.
    Das ist aber immerhin ein Mündungsarm des Ganges. Von rund 100.
    Übrigens hat ja auch die Donau mehrere Mündungsarme. Wenn auch nur drei: Kilia, Sulina und St. Georg. Aber in den nächsten Tagen dann mehr.

  3. Günther Adler sagt:

    Hallo Jürgen,
    wahrscheinlich erlebst Du zur Zeit in einer Woche mehr, als sonst in einem Monat oder Jahr? Was mich als Arzt interessiert: Ein armer Inder, z.B. Rikscha-Mann, wird auf der Straße von einem Auto an- oder gar überfahren, er hat mehrere Knochnbrüche. Wird er im Krankenhaus, auch wenn er keine Krankenversicherung hat, überhaupt versorgt?
    Pass nur auf, in Indien wirst Du noch in kürzester Zeit zum Fussball-Experten und musst dann große Spiele kommentieren. Weiterhin viel Spass und achte auf Deine Gesundheit – Hygiene!
    Mit herzlichen Grüßen
    Günther Adler

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