Ein Spaziergang durch Füssen

Indien ist ein riesiges Land. Fast ein Kontinent für sich allein. Deutschland ist ein Mini-Ländchen dagegen. Eingebettet in Europa. Und so sind die Osterfeiertage ein guter Anlass, um Aditi auch noch etwas anderes zu zeigen als Nürtingen und seine unmittelbare Umgebung. Und daher fahren wir über das höchste Fest der Christen zu meiner Lebensgefährtin Christine Schneider, die in Reutte in Tirol wohnt.

Zunächst treffen wir uns aber mal in Füssen, wo sie zu tun hat. Sie muss für ihre Serie über den neuen Lech-Wanderweg, die sie als Wanderführerin für die “Rundschau” in ihrer Heimatstadt schreibt, noch ein paar Fotos machen. Das trifft sich gut, denn die Metropole des Ostallgäus ist immer einen Besuch wert. Nicht ohne Grund hat sich nicht nur Bayerns Märchenkönig Ludwig II. gerne hier aufgehalten, sondern auch schon dessen Eltern.

Und auch Aditi ist gleich angetan vom Zauber der Straßen, Plätze und Gassen dort, die so ganz anders sind, als sie es von zuhause kennt. Sie mag ohnehin keine Großstädte (deren Hektik erlebt sie jeden Tag daheim), sie fühlt sich in kleineren Orten (wie Nürtingen oder Füssen) viel wohler.

Auch Meister Eders Bäckerei am Franziskanerplatz gefällt ihr sehr durch deren gemütliche Atmosphäre. Die Butterbrezel schmeckt (wobei ihr schon der Unterschied zwischen der bayerischen und der schwäbischen Variante auffällt), der Cappuccino ebenfalls. Und die kleinen Kanonenkugel aus dem Dreißigjährigen Krieg, die in der Außenwand des Hauses gefunden wurde, muss unbedingt noch fotografiert werden, bevor wir unseren Spaziergang fortsetzen.

Vor dem Lautenmacher-Brunnen in Füssen: Christine und Aditi.

Dann geht es von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit. Entlang des Klosters St. Mang (heute Rathaus und Museum) hinauf zur gleichnamigen Basilika, dann in den Park vor der alten Stadtmauer, durch einen gewaltigen Einschnitt in den Felsen unterhalb des Hohen Schlosses durch und dann wieder hinunter in die Stadt mit ihrer großen Fußgängerzone und deren vielen Geschäften und Wirtshäusern, wo das Leben gewaltig pulsiert.

Die Inderin kann sich kam satt sehen an all dem, was geboten ist und angeboten wird, und sie überlegt, was sie davon mit nach Hause nach Calcutta bringen kann. Ihre Wahl fällt auf kleine Kuhglocken als Deko für Wohnung und Büro und Mini-Bierkrüge als Schlüsselanhänger. Genau die Dinge, die angeblich “typisch bayerisch” sind und zuweilen gar als “typisch deutsch” gelten.

Wie dem auch sei: In der Redaktion der “Times of India” steht ja schon ein Murmeltier und spielt Tag für Tag seine alpinen Lieder. Bald werden dazu auch Kuhglocken bimmeln. Da wird sich das “Putul”, wie die Kollegen in Calcutta sagen, so richtig heimisch fühlen. . .

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